Mühlen

Einleitung
Auf meinen Wanderungen und während meiner Urlaubsreisen habe ich mich immer wieder gefreut, wenn ich am Wegesrand eine der historischen Wasser- oder Windmühlen gesehen habe, die in der heutigen Zeit leider immer mehr aus dem Landschaftsbild verschwinden. Sie sind letzte Zeugen der Arbeitsstätten der Müllerszunft, die seit vielen Jahrhunderten eine wichtige Rolle im Leben der Menschen spielt. Die alten Mühlen bieten eine romantische Erinnerung an die frühere Arbeit der Müller. Einige der Wasser- und Windmühlen, die ich im Laufe der Jahre gesehen habe, habe ich fotografiert und möchte sie auf dieser Seite vorstellen. Meine eigenen Mühlenfotos werden ergänzt von einigen historischen Fotos anderer Fotografen und künstlerischen Darstellungen von Mühlen aus meiner Heimat Nordhessen, die seit längerer Zeit nicht mehr existieren.
Mühlenübersicht, sortiert nach Ortsnamen (und Mühlennamen)
Mühlen im Elbe-Weser-Dreieck
Mühlen am Niederrhein
Die Borner Mühle
Die Borner Mühle in der Gemeinde Brüggen war eine Wassermühle mit zeitweise drei unterschlächtigen Wasserrädern. Die Borner Mühle hat ihren Standort auf der rechten Seite der Schwalm im Ortsteil Born in der Gemeinde Brüggen im Kreis Viersen. Oberhalb lag die Frankenmühle, unterhalb liegt die Vennmühle. Der Wasserspiegel der Schwalm liegt bei 40 m über NN. Auf Höhe der Borner Mühle mündet der Kranenbach in die Schwalm. Die Kölner Abtei St. Pantaleon wird bereits im 12. Jahrhundert als Eigentümerin der Borner Mühle genannt. Eine wichtige urkundliche Erwähnung findet sich im „Borner Weistum“ vom 17. September 1412. Hier heißt es, dass alle Laaten (Lehnträger) der Kölner Abtei „St. Pantaleon“, die in Born und Bracht ansässig waren, ihr Getreide in der Borner Mühle mahlen lassen mussten. Dieser Mahlzwang der Abtei wurde mit besonderer Strenge gehandhabt, damit der Müller in der Lage war, die hohen Abgaben an die Abtei zu entrichten. Interessant ist ein Erbvertrag von 1552, mit dem die Mühle an die Eheleute Dietrich von Kestenich und Adelheid von Dilkrath vergeben wurde. In dem Vertrag wird das Objekt als Korn-, Öl-, Walk- und Lohmühle bezeichnet. Die Mühle wurde zeitweise mit drei Wasserrädern betrieben, von denen eines im Jahre 1912 für den Winterbetrieb überbaut war. Während der französischen Herrschaft wurde die Mühle im Jahre 1812 mit den gesamten klösterlichen Liegenschaften beschlagnahmt und verkauft. Der Mühlenbetrieb wurde 1960 eingestellt. Am 23. Dezember 1976 zerstörte ein Feuer das Dach und den Großteil der Einrichtung. 1980 eröffnete die Borner Mühle als Hotel und Gaststätte neu. Am 11. März 1985 wurde die Borner Mühle in die Denkmalliste unter Nr. 19 eingetragen. Im Februar 2014 schlossen Restaurant und Hotel.

Quelle: Wikipedia - URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Borner_Mühle - Letzter Zugriff am 15.07.2019

Fotograf aller folgenden Bilder der Borner Mühle aus dem Jahr 2011: Volkmar Nockert

  • Schild am Gebäude der Borner Mühle im Jahr 2011
  • Die Borner Mühle im Jahr 2011
  • Das Mühlrad der Borner Mühle im Jahr 2011
Die Brüggener Mühle
Die Brüggener Mühle ist eine Wassermühle im Ort Brüggen (Kreis Viersen) mit einem unterschlächtigen Wasserrad. Sie hat ihren Standort am Unterlauf der Schwalm in unmittelbarer Nähe der Burg im Ort Brüggen im Kreis Viersen. Oberhalb liegt die Vennmühle, unterhalb die Dilborner Mühle. Der Wasserspiegel der Schwalm liegt in diesem Bereich bei 40 m über NN. Wegen der Nähe zur Burg Brüggen wurde die Brüggener Mühle auch Burgmühle genannt. So steht es auch in einem Vertrag vom 24. Dezember 1289, in dem Graf Walram v. Kessel seine östlichen Güter und mit ihnen die Burg Brüggen unter den Schutz des Herzogs von Brabant stellt. Dabei wurde ausdrücklich auch die Brüggener Burgmühle genannt. Es ist die erste urkundliche Erwähnung. Durch Erbschaft fiel das Vermögen von Walram im Jahre 1304 an den Herzog von Jülich. Die gräfliche Mühle entwickelte sich zur herzoglichen Mühle. Alle Untertanen in Brüggen, Bracht und Boisheim waren verpflichtet, in Brüggen mahlen zu lassen, ausgenommen die Pächter von St. Pantaleon. Für die Bewohner der Stadt Dülken war die dortige Windmühle zuständig. Zwischen der Brüggener Wassermühle und der Dülkener Windmühle galt die Vereinbarung, dass bei Störungen (wenig Wind oder wenig Wasser) der eine die Mahlpflichtigen des anderen übernahm. 1804 wurde die von Frankreich beschlagnahmte Mühle an den Amtsverwalter verkauft. Dessen Erben verkauften die Mühle 1815 an den Großkaufmann und „Mühlensammler“ Johann Heinrich Printzen. Es war neben einer Windmühle die dritte Wassermühle in seinem Besitz. Die Mühle besaß damals zwei Wasserräder, eine Ölpresse und einen Mahlgang für Getreide. Nach der Schließung 1955 wurde sie in ein Restaurant umgewandelt, in dem auch das Mahlwerk seinen Platz hat. Das heutige eiserne Wasserrad ist nicht nur ein Schaustück, denn damit wird ein elektrischer Generator angetrieben.
Quelle: Wikipedia - URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Brüggener_Mühle - Letzter Zugriff am 11.07.2019.
Fotograf aller folgenden Bilder der Brüggener Mühle: Volkmar Nockert
  • Die Mühle (rechts) vor der Burg Brüggen
  • Die Mühle und Skulpturen im Park
  • Die Mühle an der Schwalm
  • Mühle und Mühlstein
  • Das Mühlrad
  • Die Terrasse des Restaurants
  • Ein zweirädriger Wagen neben der Mühle
  • Mühle und Mühlstein bei Nacht
  • Die Mühle bei Nacht
  • Die Mühle - Monochrombild aus Nachtaufnahme
  • Die Terrasse des Restaurants bei Nacht
Die Dülkener Narrenmühle

Die Narrenmühle ist eine Bockwindmühle mit Segelgatterflügeln, Steertflügelnachführung und – als Seltenheit – mit ziegelummauertem Ständer (Bock) im Viersener Stadtteil Dülken am linken Niederrhein an der südostwärts verlaufenden Rheindahlener Straße. Ihre Bauart weist Ähnlichkeit zu den sonst nur in Flandern anzutreffenden Turmkotten-Mühlen (Torenkotmoelen) auf. Sie ist Sitz der Dülkener Narrenakademie und das Wahrzeichen von Dülken. Die früher als Museumsmühle, später als Narrenmühle bezeichnete Mühle wurde 1809 errichtet und war als Kornmühle in Betrieb, wie eine Inschrift im Triebrad des damals vorhandenen Mahlwerks im obersten Stockwerk belegt. Sie wurde vom früheren Pächter der Tränk(en)mühle Holtz gebaut. Das sich hartnäckig haltende Gerücht, nach dem in der Mühle nie gemahlen wurde, könnte darauf zurückzuführen sein, dass sie im Gegensatz zu der 1506 errichteten Tränk(en)mühle (vor dem Süchtelner Tor auf dem Mühlenberg gelegen; heute Standort der Paul-Weyers-Grundschule) und der 1556 gebauten Hochmühle oder Höchmühle (am Amerner Weg gelegen) keine Kameralmühle mit Mühlenzwang war, sondern privat finanziert wurde. 1906 ging sie in städtischen Besitz über, wurde 1912 um 1,80 Meter gehoben, von Grund auf repariert und als Museum eingerichtet. Im Jahr 1950 wurde die Mühle an die Narrenakademie der „Berittenen Akademie der Künste und Wissenschaften“ (Academia Equestris Artium et Scientiarum) abgegeben, die von da an im unteren Teil weiterhin ein Narrenmuseum unterhält und im oberen Teil, im sogenannten „Weisheitssaal“, ihre Sitzungen abhält. Bis zum Jahre 1799 spielten sich die närrischen Aktivitäten im Norden der Stadt an der bereits genannten Tränkenmühle ab. Am 9. September 1800 zerstörte ein Herbststurm viele Teile der Mühle, die mit staatlichen Mitteln wieder errichtet wurde und am 2. Oktober 1880 endgültig abbrannte. Sie hatte einen eingefassten Bock wie die heutige Narrenmühle, allerdings aus Holz. Zur Erinnerung an den Brand wird im Rahmen des Sankt-Martins-Umzuges alljährlich eine Strohmühle abgebrannt. Am 11. November jedes Jahres treten die Mitglieder der Narrenakademie (früher vornehmlich Akademiker, Kaufleute und Stadträte) ihren „Narrenritt“ auf hölzernen Steckenpferden um die Windmühle an und eröffnen damit die Dülkener Karnevalssession. Der Ritt um die Narrenmühle kann als Tradition bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgt werden, wird aber bereits von Anbeginn Praxis der Berittenen Akademie gewesen sein. Alte Orden, Fahnen, Hüte und Bücher, die dies belegen, werden im Museum der Mühle aufbewahrt. Eingang Museum der Narrenakademie Die Narrenakademie hat eine lange Tradition. Vor mehr als 450 Jahren zur Zeit des mehr als drei Jahre dauernden, auf Veranlassung von König Sigismund abgehaltenen Konstanzer Konzils (1414–1418) verkündete Herzog Adolf II., dass „… nun die Bürger unserer getreuen Stadt Dülken des Narrentums nicht länger ledig gehen wollen und eine bürgerliche Akademie gründen.“ Erst um 1554 fand die proklamierte Gründung der „erleuchteten Monduniversität“ (Illuminata universitas lunaris) tatsächlich statt, an der Hofnarren zu akademischen Graden kommen konnten.

Zum 200-jährigen Bestehen des Mühlenbaus wurde am 20.06.2009 die Skulptur "Maskenreigen" eingeweiht, die auf dem Mühlengrundstück einige Meter vor der Mühle steht. Der Maskenreigen beinhaltet Masken aus verschiedenen Kulturkreisen. Dabei reicht das Spektrum von einer schamanischen Tiermaske über eine asiatische Sonnenmaske bis hin zur venezianischen Pestmaske. Das bronzene Kunstwerk steht auf einem Granitblock. Es wurde von dem bayerischen Bildhauer Franz Weidinger aus Deining in der Oberpfalz geschaffen.

Quellen:
Wikipedia - Url: https://de.wikipedia.org/wiki/Narrenmühle
https://rp-online.de/nrw/staedte/viersen/skulptur-und-broschuere-zum-muehlen-geburtstag_aid-12246023
Beide Quellen zuletzt gesichtet am 15.07.2019
  • Die Narrenmühle in Dülken
  • Die Narrenmühle - Ansicht von vorn
  • Die Narrenmühle - Ansicht von hinten
  • Das Mühlenhaus mit Flügeln
  • Der ziegelummauerte Mühlenbock und Mühlsteine
  • Der Eingang zur Mühle
  • Die Skulptur "Maskenreigen" auf einem Graniblock
  • Die Bronzeskulptur "Maskenreigen"
  • Die Inschrift auf dem Granitblock der Skulptur "Maskenreigen"
Die Mühlrather Mühle
Die Mühlrather Mühle in der Gemeinde Schwalmtal ist eine Wassermühle mit zwei unterschlächtigen Wasserrädern. Die Mühlrather Mühle hat ihren Standort auf der rechten Seite am Mittellauf der Schwalm unterhalb von Brempt, am Ablauf des Hariksees in der Gemeinde Schwalmtal im Kreis Viersen. Oberhalb liegt die Brempter Mühle, unterhalb lag die Frankenmühle. Der Wasserspiegel liegt bei 44 m über NN. Unterhalb von Brempt liegt auf der einst geldrischen Seite der Mühlrather Hof, der zum Elmpter Grundbesitz gehörte. Auf Jülicher Seite befindet sich die 1447 erstmals urkundlich genannte Mühlrather Mühle. Sie gehörte zum Haus Clee in Burgwaldniel. Im Jahre 1590 wurde die Mühle von Werner von Ketzgen und seiner Frau Magdalena neu erstellt und unter dem Namen „Mulrader Meulen“ eingetragen. Später waren beide Anwesen, die nur durch die Schwalm getrennt waren, in einer Hand. Die Mühle wurde als Mahl- und Ölmühle betrieben. Für das Dorf Dilkrath und einen Teil von Amern St. Georg bestand ein Mahlzwang. Die Mühle ist die einzige an der Schwalm, die zwei Wasserräder vorweisen kann, eines ist aus Holz gebaut, das zweite ist 1905 aus Eisen errichtet worden. 1937 wurde der Mahlbetrieb eingestellt. Bis 1960 wurde die Mühle noch als Sägmühle betrieben. Seit dieser Zeit wird die Mühlrather Mühle als Ausflugslokal und Gaststätte am Hariksee genutzt. Mit dem Eisenrad wird seit 1995 ein Elektrischer Generator zur Stromerzeugung betrieben. Das Holzrad wurde 2002 originalgetreu erneuert.
Quelle: Wikipedia - URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Mühlrather_Mühle - Letzter Zugriff am 15.07.2019
Fotograf aller folgenden Bilder der Mühlrather Mühle: Volkmar Nockert
  • Die Mühlrather Mühle
  • Die beiden Mühlräder der Mühlrather Mühle
Die Schaager Mühle
Die Schaager Mühle ist eine denkmalgeschützte Windmühle im Nettetaler Ortsteil Schaag. Sie wurde 1801 von der Schaager Kaufmannsfamilie Moubis erbaut. Sie war eine der ersten Mühlen ohne Mühlenbann, der nach der Franzosenzeit durch die neue Gewerbefreiheit entfiel.[1] Mit einem großen Mühlenfest konnte die völlige Restaurierung der Schaager Mühle 1987 gefeiert werden. Unter der Federführung des Sassenfeldes Mühlenbaumeisters Vosdellen bekam die Mühle eine neue Haube, Flügel (sie mussten im Jahr 1919 abgenommen werden), Krujwerk und Galerie.[2] Die Mühle mit der heutigen Anschrift Bruckrath 57, 59 ist unter der Denkmalnummer 34 in der Liste der Baudenkmäler der Stadt Nettetal eingetragen und wird heute als Wohngebäude genutzt.
Quelle: Wikipedia - URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Schaager_Mühle - Letzter Zugriff am 13.07.2019
Fotograf aller folgenden Bilder der Schaager Mühle: Volkmar Nockert
Mühlen in Nordhessen
Die Hohlebachmühle in Homberg (Efze)

Ein sehnswertes romantisches Kleinod ist die Hohlebachmühle in Homberg (Efze). Auf dem Mühlengrundstück befinden sich viele hohe alte Bäume, Sträucher und Rasenflächen, die das Grundstück vollständig gegen die benachbarte moderne Bebauung abschirmen, so dass sich die Besucher in frühere Zeiten versetzt fühlen.

Die Hohlebachmühle wurde 1415 erstmals erwähnt und 1992 restauriert. Sie besitzt ein Mühlrad mit fünf Meter Durchmesser. Die Hohlebachmühle liegt wie früher auch die anderen Homberger Mühlen an einem Betriebsgraben, der in der Nähe des Flusses Efze verläuft.. Der Antrieb des Werkes erfolgte durch ein 1901 und 1949 erneuertes Zuppinger-Wasserrad von 4,80 m Durchmesser und 1,10 m Breite; die nutzbare Kraft betrug maximal 8,5 PS = 6,25 kW. Das Wasserrad wurde im Zuge der Renovierung Ende der 1980er Jahre erneuert. Betrieben wurden ein Walzenstuhl, ein Mahlgang, eine Reinigung und eine Dresch- und Futterschneidemaschine. Das Eichpfahlprotokoll wurde am 18. Aug. 1856 gefertigt. Danach wurde die Wasserkraft durch drei unterschlächtige Wasserräder genutzt; betrieben wurden zwei Mahlgänge und ein Schlaggang. Das Niederschlagsgebiet beträgt für die Anlage 87 km². Der Betriebsobergraben ist 550 m und der Untergraben 280 m lang. Die Hohlebachmühle ist als Mahlmühle stillgelegt.

Die versteckt im Talgrund liegende Hohlebachmühle ist die einzige erhaltene Mühle in Homberg an der sich noch ein Mühlrad dreht. Der Name Hohlebachmühle ist von jenem Bach hergeleitet, der durch den Hohlen Graben in die Efze mündet. Heute heißt dieses Wasser Hegebrunnen oder Hegeborn. Holabach war eine Siedlung, die bereits in frühen Fuldaer Urkunden im Zusammenhang mit Mardorf und Holzhausen genannt wird; es ist durchaus möglich, dass die Bezeichnung Hohler Graben und Hohlebachmühle auf diese Wüstung hinweisen. Von Hohlebachmüllern ist allerdings erst im 17. Jahrhundert die Rede. Vorher ist die Mühle nie so benannt worden. Fest steht, dass die Hohlebachmühle die einzige landgräfliche Mühle im Stadtgebiet von Homberg war und mit zu den ältesten Mühlen gehört. In einer Ausgabenquittung von 1415 heißt es: „2 Pfund dem müller vor Eisen zu unseres gnädigen herren mühle“. 1857 findet sich unter den Ländereien der Mühle der Hinweis auf einen kleinen geringen Garten, „darauf die alte Mühle gestanden“. Warum gerade diese verkehrsmäßig ungünstig gelegene Mühle landgräflich war, mag aus einer Beschreibung von 1748 erhellen, in der es heißt: „Die Holebach Mühle, Hermann Roß gehörig, ist Erblehen von gnädígster Herrschaft laut Lehensbrief vom 21 April 1732, hat zwei unterschlägige Mahl- und einen Schlaggang und kann wegen des Erwerbs um deswillen etwas höher als die Bischofs-Mühle geschätzt werden, weil diese wegen einer unter das Rad fließenden Quelle, der Hegbrunnen genannt, fast gar nicht zufrieret, mithin wann die übrigen stillzuhalten genötigt sind, diese dennoch umgehen und mahlen kann“. Die Hohlebachmühle ist die einzige Homberger Mühle gewesen, die bis zur Aufhebung des Mühlenbanns 1837 das Bannrecht ausgeübt hat. ln dieser Mühle waren die Mardörfer Mahlkunden mit Korn, Weizen, Gerste, Bohnen und Erbsen gebannt, d.h., sie durften bei keiner anderen Mühle mahlen lassen. 1608 taucht die Bezeichnung „Mühle im Katzenstein“ auf. Unter dem Katzenstein sind zwei aufragende Basaltsteinfelsen zu verstehen, die auch heute noch hinter der Hohlebachmühle im Wiesengelände stehen und diese Bezeichnung tragen.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Homberg_(Efze)#Bauwerke - Letzter Zugriff am 20.07.2019
https://archivhomberg.wordpress.com/category/aus-dem-archiv/muhlen-in-und-um-homberg/ - Letzter Zugriff am 21.07.2019
  • Die Hohlebachmühle in Homberg (Efze)
  • Informationstafel am Mühlengebäude
  • Das Mühlengebäude mit Mühlrad
  • Das Mühlrad an der Wand des Mühlengebäudes
  • Das Mühlrad
  • Brücke über den Mühlgraben
  • Kleiner Anbau am Mühlengebäude
  • Eingang zum Standesamt im Mühlengebäude
  • Nebengebäude mit Vorplatz und "Alter Mühlenweg"
  • Nebengebäude
  • Wandbegrünung am Nebengebäude
  • Das alte Backhaus
  • Überdachte Sitzplätze neben dem Mühlgraben
Die Sandershäuser Mühle

In meinem Heimatdorf Sandershausen existierte früher eine große Wassermühle, die im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff zerstört worden ist. Lange Zeit war mir trotz intensiver Recherchen nur ein Bildnis der alten Mühle, eine Zeichnung des Sandershäuser Kunstmalers Richard Wittich, bekannt. Nach jahrelangen Recherchen ist es mir gelungen, auch einige Fotos dieser historischen Mühle zu erhalten. Die Sandershäuser Mühle stand am Mühlenweg, gegenüber dem ehemaligen Hof Süß. Sie bestand aus einem verschachtelten Gebäudekomplex mit einem Hauptgebäude und mehreren Nebengebäuden. Die Mühle, im Jahr 1271 erstmals erwähnt, ist bei einem Bombenangriff am 3. Oktober 1943 abgebrannt und wurde danach nicht wieder aufgebaut. Der alte Mühlstein auf dem Grundstück Petzsche, auf dem eingemeißelt steht: „An dieser Stelle stand die Mühle. Im Jahre 1271 zuerst erwähnt. Niedergebrannt am 3. Oktober 1943. Letzte Eigentümer Steinhoff - Süß - Koch“ und die Straßenbezeichnung „Mühlenweg“ erinnern bis heute an die alte Wasserkraftanlage und den Mühlenbetrieb. Das zum Betrieb der Mühle erforderliche Wasser wurde neben der heutigen Bäckerei Diederich von der Nieste abgezweigt und über den Mühlgraben zur Mühle und von dort wieder in den ursprünglichen Lauf der Nieste geleitet. Die Nieste ist zwar im Mündungsbereich bereits oberhalb des Zusammenflusses von Mühlgraben und „alter“ Nieste verlegt worden, aber das Wasser des Mühlgrabens kann bis heute über den im Mündungsbereich in die Fulda noch existierenden ursprünglichen Lauf der Nieste in die Fulda fließen. Der obere Mühlgraben war 320 Meter lang, der untere Mühlgraben hatte eine Länge von 150 Metern. Der Mühlgraben existiert noch heute. Er ist streckenweise verrohrt. Die erste urkundliche Erwähnung der Mühle im Jahr 1271 enthielt auszugsweise folgenden Text: „Ich, Heinemann, Bürger in Cassel, genannt von Loben, will, dass allen, die diesen Brief sehen werden, kund wird, dass ich den Zins der Mühle in Sandershausen ... nur noch an den jetzt folgenden zwei Terminen des Michaelisfestes erhalten und danach an die Kaufunger Kirche zurückgeben werde ...“ Um 1800 war Christoph Witzel Pächter der Mühle und zahlte jährlich 300 Taler Pacht. Später, nach 1825, hatte eine Familie Koch die Mühle in Pacht. 1871 pachtete Wilhelm Steinhoff die Mühle und erwarb sie 1880 für 3.600 Taler von dem Reformierten Waisenhaus Kassel-Unterneustadt. Die Ländereien gehörten zu dieser Zeit schon nicht mehr zur Mühle, sie waren im Besitz der Familie Süß. Zu dieser Zeit etwa erhielt die Mühle einen Elevator (Aufzug), mit dem die schweren Lasten nach oben transportiert werden konnten. 1918 geriet Wilhelm Steinhoff in die Kreissäge und erlag seinen Verletzungen. Sein Sohn Hermann Steinhoff kehrte 1918 aus dem 1. Weltkrieg zurück und modernisierte die Mühle erneut. Er war der letzte Müller in Sandershausen. 1940 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt, weil der Müllergehilfe plötzlich verstarb und der Müller allein die Arbeit nicht leisten konnte. Nach der Zerstörung der Edertalsperre im Mai 1943 ergoss sich eine Flutwelle ins Fuldatal, die auch den Sandershäuser Mühlgraben verschlammte. 1871 wurde die Mühle noch von einem oberschlächtigen und einem unterschlächtigen Mühlrad angetrieben, später nur noch von einem oberschlächtigen mit 4,80 Metern Durchmesser und 1 Meter Breite. Die nutzbare Kraft hat ungefähr 12,5 PS / 9,2 kW betragen. Geleistet wurden rund 20 Zentner pro Tag. Die Mühle lieferte bis 1940 Backschrot an die Brotfabrik Simon, damals am Königstor in Kassel.

Quellen:

Richard Wittich: „Sandershausen im Wandel der Zeiten“ - Sandershausen 1958

Homepage des Geschichtsvereins Niestetal - URL: http://www.geschichtsverein-niestetal.de/muehlen-im-niestetal.html - Letzter Zugriff am 24.01.2018. - Die Seite wurde später gelöscht.

  • Die Sandershäuser Mühle - Zeichnung von Richard Wittich
  • Nordansicht der Mühle etwa 1940
  • Ostansicht der Mühle etwa 1940
  • Der Mühlstein mit Inschrift auf dem ehemaligen Mühlengrundstück
  • Die Sandershäuser Mühle - Lageplan

Anmerkungen zu den Bildern:

Bild 1: Die Sandershäuser Mühle - Zeichnung von Richard Wittich (1912-1981), signiert aber undatiert

Bild 2: Nordansicht der Sandershäuser Mühle etwa 1940. Das Mühlrad befindet sich in dem Anbau mit Pultdach (links im Bild). - Fotograf unbekannt

Bild 3: Ostansicht der Sandershäuser Mühle etwa 1940. Die Mühle ist rechts zu sehen und links ein Nebengebäude. - Fotograf unbekannt

Bild 4: Der Mühlstein mit Inschrift auf dem ehemaligen Mühlengrundstück erinnert an die Mühle und ihren Standort. - Fotograf: Volkmar Nockert

Bild 5: Der Ausschnitt der Sandershäuser „Urkarte“ von 1849 mit Ergänzungen zeigt die Mühle und ihre Umgebung mit Nieste und Mühlgraben. Datengrundlage: Amt für Bodenmanagement Korbach. Vervielfältigung nur erlaubt, soweit die Vervielfältigungsstücke demselben Nutzungszweck wie die Originalausgaben dienen. § 18 Abs. 2 des hessischen Vermessungs- und Geoinformationsgesetzes vom 06.09.2007 (GVBL. I S. 548), zuletzt geändert durch Gesetz vom 27.09.2012 (GVBL. I S. 290).Inhalt hier einfügen

Mühlen in Ost-Friesland